Jahresbericht «Sozialversicherungen 2009» erschienen
Der jährliche Bericht des Bundesrates über die Sozialversicherungen (BSV) für das Berichtsjahr 2009 liegt vor. Der Schwerpunkt dieser Ausgabe beleuchtet die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Sozialversicherungen.
Der Jahresbericht «Sozialversicherungen 2009» bietet gemäss Mitteilung des BSV eine Gesamtübersicht über die gegenwärtige Situation und die Perspektiven der Sozialversicherungen sowie einen Überblick über die aktuellen politischen Diskussionen. Der Bericht stellt auch Querbezüge zwischen den verschiedenen Sozialversicherungen dar.
Auswirkungen der Finanzmarktkrise
Ein Themenschwerpunkt befasst sich mit der Finanzmarktkrise und deren Auswirkungen auf die Sozialversicherungen der Schweiz. Sowohl bei den Einnahmen und Ausgaben als auch bei den Vermögensanlagen der Versicherungen hat die Krise deutliche Spuren hinterlassen. Andererseits zeigt sich, dass die Sozialversicherungsleistungen in Krisenzeiten auch einen Beitrag zur Unterstützung der Konjunktur leisten. Für eine abschliessende Bilanz ist es jedoch zu früh, da auch mit Effekten zu rechnen ist, die sich erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung bemerkbar machen werden.
Die Einnahmen aller durch Lohnbeiträge finanzierten Sozialversicherungen nahmen auch 2009 noch zu, im Vergleich zu den Vorjahren war das Wachstum jedoch deutlich tiefer. Die Leistungen der Arbeitslosenversicherung sind am stärksten abhängig von der Konjunktur. Nachdem sie 2008 mit CHF 3,5 Milliarden einen Tiefstand erreicht hatten, kletterten sie 2009 rasant in die Höhe und erreichten CHF 6 Milliarden.Von diesem Anstieg dürften schätzungsweise CHF 2 Milliarden direkt auf die Wirtschaftskrise zurückzuführen sein.
Finanzkapital geschmolzen
Die Finanzmarktkrise hatte deutliche Auswirkungen auf den Kapitalwert und die Entwicklung des Kapitalertrags vor allem der beruflichen Vorsorge und der Unfallversicherung. Der Wert des Finanzkapitals der 2. Säule sank im Jahr 2008 um CHF 94 Milliarden, was einem Rückgang um 15 Prozent entspricht. Rund die Hälfte der Vorsorgeeinrichtungen befand sich Ende 2008 in Unterdeckung, gegenüber 3 Prozent Ende 2007. Die Erholung der Finanzmärkte im Jahr 2009 und die getroffenen Sanierungsmassnahmen haben dafür gesorgt, dass die Lage in der Zwischenzeit bereits wieder verbessert werden konnte. Das Auf und Ab der Anlageportfolios hatte hingegen nur wenig Einfluss auf die Versicherungen der 1. Säule und die Krankenkassen, weil diese nach dem Umlageverfahren finanziert werden und das Vermögen nur eine Nebenrolle spielt. In dieser Hinsicht hat sich die Kombination von Umlagefinanzierung und Vermögensbildung im schweizerischen Sozialversicherungssystem bewährt.