Versicherungsleistungen Individuelle Prämienverbilligung (IPV)

Anspruch

Individuelle Prämienverbilligungen (IPV) sind Finanzierungshilfen des Bundes und der Kantone auf die bei Erfüllen der kantonalen Voraussetzungen ein Rechtsanspruch besteht.

 

Ordentlicher Bezügerkreis

Zum Bezug von individueller Prämienverbilligung 2016 sind Personen berechtigt, die am 1. Januar 2016 den zivilrechtlichen Wohnsitz im Kanton St.Gallen hatten oder über eine fremdenpolizeiliche Bewilligung zum Jahresaufenthalt (B-Bewilligung) verfügen. Massgebend sind die persönlichen und familiären Verhältnisse am 1. Januar 2016.

 

Zuziehende aus dem Ausland

Für Personen, die im Verlauf des Jahres 2016 aus dem Ausland zuziehen, sind die persönlichen und familiären Verhältnisse zum Zeitpunkt der Antragstellung massgebend. Der Anspruch auf Prämienverbilligung beginnt ab Beginn des Monats der Antragstellung.

 

Personen mit Wohnsitz in einem EU-Staat

Anspruch auf Prämienverbilligung haben Personen, die einer schweizerischen Krankenversicherung angeschlossen sind und bei denen die wirtschaftlichen Voraussetzungen gegeben sind.

 

Personen des Asylrechts und Kurzaufenthalter

Erwerbstätige Personen mit Ausweis F und N sowie unerwerbstätige Personen mit Ausweis L mit einer ununterbrochenen Aufenthaltsdauer von mindestens einem Jahr sind zum Bezug berechtigt.

 

Bezügerinnen und Bezüger von Ergänzungsleistungen

EL-Beziehende müssen sich nicht zum Bezug von Prämienverbilligung anmelden. Eine Prämienpauschale für die obligatorische Krankenversicherung wird ab dem 1. Januar 2016 direkt dem Krankenversicherer überwiesen. Die Prämie ist durch die Zahlung der SVA St.Gallen ganz oder teilweise beglichen.

 

Personen, deren Ergänzungsleistungen während des Jahres eingestellt werden, haben die Möglichkeit, auch nach dem Ende der Anmeldefrist einen Antrag auf IPV einzureichen.

Anmeldung für ehemalige EL-Beziehende

 

Berechnung

Grundlage für die Berechnung des massgebenden Einkommens bildet das nach kantonalem Steuerrecht festgestellte Reineinkommen der Steuerperiode 2014. Für Personen mit einer definitiven Steuerveranlagung bildet diese die Grundlage. Fehlt die definitive Steuerveranlagung, wird auf die Steuererklärung 2014 abgestellt. Die Korrektur der Prämienverbilligung nach Vorlage der definitiven Steuerveranlagung bleibt vorbehalten. Das massgebende Einkommen wird wie folgt berechnet: 


  • nach kant. Steuerrecht ermitteltes Reineinkommen 2014
  • zuzüglich 20 Prozent des steuerbaren Vermögens
  • zuzüglich Leistungen und Einkaufsbeiträge an Einrichtungen der beruflichen Vorsorge Säule 2
  • zuzüglich der Beiträge an die gebundene Selbstvorsorge Säule 3a
  • zuzüglich Liegenschaftsaufwand, soweit dieser den Pauschalabzug von 20 Prozent der Mieteinnahmen übersteigt
  • zuzüglich der Vorjahresverluste nach Art. 42 des Steuergesetzes
  • zuzüglich 75 Prozent des im vereinfachten Verfahren abgerechneten Bruttolohns
  • zuzüglich freiwillige Zuwendungen und Parteispenden
  • zuzüglich 30 Prozent des Eigenmietwerts (Abzug)
  • zuzüglich der Fahrkosten, soweit diese CHF 3000.00 übersteigen
  • abzüglich Kinderabzug von CHF 7000.00 pro Kind


Für untere und mittlere Einkommen verbilligen die Kantone aufgrund von Artikel 65 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) die Prämien von Kindern und jungen Erwachsenen in Ausbildung um mindestens 50%.


Keinen Anspruch auf Prämienverbilligung haben Personen mit folgenden steuerbaren Vermögenswerten gemäss Code 338 auf der Steuererklärung:

 
Alleinstehendeüber CHF 100'000.00
Verheirateteüber CHF 150'000.00


Die Berechnung der Prämienverbilligung für quellenbesteuerte Personen beruht auf dem Bruttoeinkommen 2014, das zu 75% angerechnet wird.
 

Bei Personen mit Wohnsitz in einem EU-Staat gelten die persönlichen und familiären Verhältnisse im Zeitpunkt der Anmeldung. Als massgebendes Einkommen gilt das der Quellensteuer zu Grunde liegende Bruttoeinkommen 2014 der Antragstellenden und der in der Schweiz obligatorisch mitversicherten Familienangehörigen. Dieses wird zu 75% angerechnet und in die Kaufkraft des Wohnlandes umgerechnet. Das Eidgenössische Departement des Innern legt die Faktoren für diese Umrechnung fest.

 

Online-Berechnung

Die SVA St.Gallen stellt Ihnen einen Online-Rechner zur Verfügung. Mit diesem Rechner können Sie provisorisch ermitteln, ob Sie Anspruch auf individuelle Prämienverbilligung haben.

Online-Rechner Prämienverbilligung (IPV)

 

Anmeldung

Im Jahr 2016 gilt für die Individuelle Prämienverbilligung im Kanton St.Gallen eine Antragsfrist bis längstens 31. März 2016. Mit dem Ablauf dieser Frist ist eine Anmeldung nur noch unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Ob Sie diese Voraussetzungen erfüllen, erfahren Sie im Online-Schalter.

 

Auszahlung

Der Betrag der Prämienverbilligung wird mit einer Verfügung festgesetzt. Danach wird das Geld den Krankenversicherern überwiesen, die es dann den folgenden Prämienrechnungen gutschreiben. 


Die Prämienverbilligung pro Person muss mindestens CHF 100.00 erreichen, damit die IPV auch effektiv ausgerichtet wird.

 

Weitere Informationen


Fragen und Antworten

  • Beschäftigt die SVA St.Gallen Personen, welche telefonische oder persönliche Beratungen zur Beurteilung eines Anspruchs auf IPV anbieten und dafür die Offenlegung der Finanzsituation verlangen?

    Nein. Die SVA St.Gallen führt keine Versicherungsberatungen durch und gibt diese auch niemandem in Auftrag.

     
     
  • Was passiert bei einer Änderung der Familienverhältnisse?

    Bei der Geburt eines Kindes während des laufenden Bezugsjahres kann mit einem amtlichen Dokument (Familienbüchlein oder Geburtsbescheinigung) eine Anpassung der Prämienverbilligung verlangt werden. Diese Unterlagen müssen allerdings bis spätestens 31. März des Folgejahres eingereicht werden. Bei Heirat oder Scheidung werden die Änderungen erst ab dem Folgejahr wirksam.

     
     
  • Wieso kann eine Person in einem Jahr einen Bezugsschein erhalten und im nächsten Jahr nicht?

    Aufgrund der neuen Steuerdaten besteht vermutlich kein Anspruch mehr auf Prämienverbilligung. Dies kann daraus resultieren, dass bisher tiefere provisorische Steuerdaten für die Berechnung herangezogen werden mussten. Nachdem die definitive Steuerveranlagung höhere Einkommen oder Vermögen ausweist, entfällt möglicherweise aus diesem Grund der Anspruch auf Prämienverbilligung.
     
     
  • Wird der volle Ansatz der Krankenkassengrundversicherung angerechnet?

    Nein. Anstelle der Krankenversicherungsgrundprämie wird eine Referenzprämie angerechnet, welche alljährlich durch die Kantonsregierung festgelegt wird.
     
     
  • Haben Ergänzungsleistungsbezügerinnen und -bezüger Anspruch auf eine Prämienverbilligung?

    Personen, die Ergänzungsleistungen beziehen, wird die vom Bundesamt für Sozialversicherung festgelegte kantonale Durchschnittsprämie zusammen mit den Ergänzungsleistungen ausgerichtet. Ein zusätzlicher Anspruch besteht nicht.
     
     
  • Haben Auszubildende Anspruch auf eine Prämienverbilligung?

    Personen in Ausbildung im Alter von 19 bis 25 Jahren haben keinen eigenen Anspruch auf Prämienverbilligung, sofern für diese am 1. Januar des Bezugsjahres (Stichtag) über die Eltern eine Ausbildungszulage nach dem Familienzulagengesetz bezogen wurde. Der Anspruch ist durch den Elternteil geltend zu machen, der selbst die Bezugsvoraussetzungen erfüllt.


    Personen in Ausbildung, für die keine Ausbildungszulage ausgerichtet wird, haben einen eigenen Anspruch auf Prämienverbilligung geltend zu machen.

     
     
 

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