Altersvorsorge 2020

Das Parlament hat im März 2017 eine umfassende Reform der 1. und 2. Säule angenommen. Die Reform tritt in Kraft, sofern die Stimmberechtigten am 24. September 2017 der Vorlage und der damit verknüpften Änderung der Mehrwertsteuer zustimmen. Hier zusammengestellt die wichtigsten Änderungen im Bereich der AHV. Weitergehende Informationen finden sich auf der Webseite des Bundesamts für Sozialversicherungen.


Die SVA St.Gallen kann vor der Abstimmung keine Rentenvorausberechnungen nach neuem Recht vornehmen.

 

Referenzalter 65 für Frauen und Männer

Das Referenzalter der Frauen erhöht sich ab 1. Januar 2018 schrittweise um jeweils drei Monate pro Jahr von 64 auf 65 Jahre. Ab 1. Januar 2021 gilt für alle Frauen das Referenzalter 65.

 

 Jahrgang 1953


 Jahrgang 1954


 Jahrgang 1955


 Jahrgang 1956


 Jahrgang 1957


Flexibler Rentenbezug für Frauen und Männer zwischen 62 und 70 Jahren

Die neue Regelung ab 1. Januar 2018 erlaubt eine gleitende Pensionierung ab 62:

 

ab Bezug Folge
Vorbezug Beliebiger Monat nach 62. Geburtstag Altersrente oder Anteil von 20 bis 80 Prozent
Kürzung der vorbezogenen Rente oder des vorbezogenen Anteils
Ab Referenzalter Monat nach
65. Geburtstag
 Altersrente  
 

bis Aufschub Folge
Aufschub                       Längstens bis zum 70. Geburtstag (Mindestaufschub beträgt 1 Jahr)  
Altersrente oder Anteil von 20 bis 80 Prozent
Zuschlag auf aufgeschobene
Rente oder auf aufgeschobenen Anteil
 

Wer einen Anteil seiner Rente vorbezieht, kann ihn bei Bedarf einmal erhöhen. Umgekehrt lässt sich ein aufgeschobener Anteil einmal senken. Vorbezug und Aufschub lassen sich auch kombinieren: Wer einen Anteil der Rente vorbezogen hat, kann bei Erreichen des Referenzalters 65 den noch nicht bezogenen Teil aufschieben.

 

Zuschlag von CHF 70.00 auf neue Altersrenten

Wer nach dem 31. Dezember 2017 das Referenzalter erreicht, erhält frühestens ab 1. Januar 2019 einen Zuschlag auf die AHV-Rente: CHF 70.00 auf die Vollrente (das heisst ohne Beitragslücke). Bei Teilrenten wird der Zuschlag gekürzt. Durch den Zuschlag steigt die Maximalrente auf CHF 2420.00 (bisher CHF 2350.00).


Auf die Kinderrente zur AHV-Rente gibt es einen anteilmässigen Zuschlag.

 

Plafonierungsgrenze 155 Prozent für Ehepaare

Für Ehepaare beziehungsweise eingetragene Partner, von denen einer oder beide Partner das Referenzalter 65 nach 31. Dezember 2017 erreicht, gilt ab 1. Januar 2019 eine neue Plafonierungsgrenze von 155 Prozent. Somit steigt die maximale Summe der beiden Einzelrenten eines Ehepaars oder eingetragener Partner auf CHF 3751.00 (bisher CHF 3525.00)

Für am 1. Januar 2018 bereits laufende, mit 150 Prozent plafonierte Paarrenten ändert sich nichts.

 

Erhöhung des AHV-Beitragssatzes

Ab 1. Januar 2021 gelten höhere Beitragssätze an AHV/IV/EO:


  • Arbeitnehmer und Arbeitgeber: je 5,275 Prozent (total 10,55 Prozent, bisher 10,25 Prozent)
  • Selbständigerwerbende: 5,346 bis 9,95 Prozent (bisher 5,196 bis 9,65 Prozent)
  • Mindestbeitrag von Nichterwerbstätigen: CHF 491.00 (bisher CHF 478.00)
  • Höchstbeitrag von Nichterwerbstätigen: CHF 24'550.00 (bisher CHF 23'900.00)


Vorbehalten bleibt eine allfällige Erhöhung der IV- und EO-Beiträge. 

 

Weiterarbeit nach Referenzalter 65 beitragspflichtig und rentenwirksam

Für Erwerbsarbeit nach 65 entfällt ab 1. Januar 2018 der bisherige Rentnerfreibetrag.
Neu lässt sich mit Erwerbsarbeit nach 65 die Rente aufbessern bis zur Höhe der Maximalrente: Vor dem 70. Geburtstag ist eine einmalige Neuberechnung der Rente auf Antrag möglich.

 

Senkung des BVG-Umwandlungssatzes

Der Mindestumwandlungssatz wird von 6,8 auf 6,0 Prozent in vier Schritten von je 0,2 Prozentpunkten pro Jahr reduziert. Die erste Anpassung erfolgt ein Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes.

 

Zusatzfinanzierung aus Mehrwertsteuer

Ab 1. Januar 2018 kommt der ganze Ertrag aus dem Demografieprozent der Mehrwertsteuer der AHV zugute (bisher gehen 17 Prozent des Ertrags an den Bund). Daneben erhält die AHV 0,6 Prozentpunkte Mehrwertsteuer:


  • 0,3 Prozentpunkte durch die Übertragung der bisherigen IV-Zusatzfinanzierung (ab 2018)
  • 0,3 Prozentpunkte durch die proportionale Erhöhung der Mehrwertsteuersätze (ab 2021)


Fragen und Antworten zur Altersvorsorge 2020

 
 

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