Entschädigung für Kinderbetreuung

Eltern mit Kindern unter 12 Jahren sowie Eltern von jungen Erwachsenen zwischen 12 und 20 Jahren mit einer Beeinträchtigung können eine Entschädigung beantragen. Die Entschädigung ist verbunden mit wenigen Anspruchsvoraussetzungen und muss bei jener Ausgleichskasse beantragt werden, bei der die Sozialversicherungsbeiträge abgerechnet werden. 

Anspruch

Eltern mit Kindern unter 12 Jahren, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, können entschädigt werden. Eine Entschädigungsmöglichkeit besteht auch für Eltern von jungen Erwachsenen zwischen 12 und 20 Jahren mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung.

Die Entschädigung ist an folgende Voraussetzungen geknüpft: 

  • Die Fremdbetreuung der Kinder ist nicht mehr gewährleistet oder die IV-Stelle hat einen Intensivpflegezuschlag für ein minderjähriges Kind zugesprochen.
  • Sie sind obligatorisch bei der AHV versichert (wohnen also in der Schweiz oder sind in der Schweiz erwerbstätig).
  • Sie sind einer unselbstständigen oder selbstständigen Erwerbstätigkeit nachgegangen.

Der Betreuungsbedarf der Kinder muss auf Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus zurückzuführen sein, wie z.B. die Schliessung von Schulen, Krippen, Kindergärten, Sonderschulen, Eingliederungsstätten, Behinderteninstitutionen oder die Tatsache, dass die Betreuung nicht mehr möglich ist, weil sie von einer gefährdeten Person sichergestellt wird (über 65-Jährige, Personen mit chronischer Atemwegserkrankung, usw.).

Der Anspruch beginnt am 4. Tag, an dem alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, das heisst frühestens am 19. März 2020, da alle Schulen in der Schweiz offiziell seit dem 16. März 2020 geschlossen sind.

Der Anspruch endet für Eltern in einem Angestelltenverhältnis, wenn eine Betreuungslösung gefunden wurde oder die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus aufgehoben werden. Wenn ein Schulbesuch ab dem 11. Mai nicht oder nur teilweise möglich ist, besteht weiterhin ein Anspruch. Dafür ist aber in jedem Fall ein Nachweis zu erbringen wie beispielsweise ein Informationsschreiben der Schule oder ein Stundenplan. Für selbstständigerwerbende Eltern endet der Anspruch, wenn eine Betreuungslösung gefunden wurde, spätestens aber wenn 30 Taggelder gezahlt wurden.

Kein Anspruch

Keine Entschädigung gibt es,

  • für Arbeitnehmende, die eine Kurzarbeitsentschädigung erhalten.
  • für Personen, die bereits Leistungen aus einer anderen Sozial- oder Privatversicherung beziehen oder ihren Lohn weiterhin erhalten.
  • für Nichterwerbstätige.

Berechnung

Die Entschädigung beträgt 80 Prozent des durchschnittlichen AHV-pflichtigen Erwerbseinkommens, das vor Beginn des Anspruchs auf die Entschädigung erzielt wurde, höchstens aber CHF 196 pro Tag. 

Den Höchstbetrag des Taggeldes erreichen Arbeitnehmende mit einem durchschnittlichen Monatslohn von CHF 7350 (7350 X 0,8 / 30 Tage = 196 CHF/Tag).

    Anmeldung/Auszahlung

    Anspruchsberechtigte müssen die Entschädigung zwingend bis am 16. September 2020 bei der SVA St.Gallen bzw. ihrer zuständigen Ausgleichskasse beantragen. 

    Wenn Eltern wegen fehlender Fremdbetreuung nur eingeschränkt arbeiten und deshalb weniger Lohn erhalten, können sie den Anspruch für sich anmelden. Bei Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber kann dieser den Anspruch geltend machen. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmende habe die Möglichkeit, eine Anmeldung einzureichen.

    Wenn beide Elternteile Anspruch auf die Entschädigung haben, ist nur eine Ausgleichskasse zuständig, und zwar jene der Person, die zuerst einen Anspruch geltend macht. Je Arbeitstag wird für die Eltern nur eine Zulage ausbezahlt.

    Die Anzahl Betreuungstage, an denen die Fremdbetreuung nicht möglich war, können rückwirkend gemeldet werden. Nach der Erstanmeldung ist es möglich, weitere Betreuungstage mit dem E-Formular für Ergänzungen zur Corona-Anmeldung nachzumelden.

    Häufige Fragen