Entschädigung für Kinderbetreuung

Eltern, die ihre Erwerbstätigkeit aufgrund des Ausfalls der Fremdbetreuung ihrer Kinder nicht wahrnehmen können und deshalb Erwerbseinbussen erleiden, können eine Entschädigung beantragen.

Anspruch

Ein Anspruch auf die Entschädigung besteht, wenn der Ausfall der Fremdbetreuung der unter 12-jährigen Kinder auf Corona-Massnahmen zurückzuführen ist. Dazu gehört beispielsweise die behördlich angeordnete Schliessung der Schule oder einzelner Schulklassen oder wenn eine Betreuung durch Drittpersonen nicht mehr erlaubt ist, weil das Kind sich in Quarantäne befindet. Diese Entschädigungsmöglichkeit besteht auch für Eltern von jungen Erwachsenen zwischen 12 und 20 Jahren mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung.

Der Anspruch beginnt am 4. Tag, an dem alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Es muss in jedem Fall ein Nachweis erbracht werden, auf dem ersichtlich ist, dass das Kind direkt von der Massnahme betroffen ist.

Der Anspruch endet, wenn eine Betreuungslösung gefunden oder die behördliche Massnahme aufgehoben wurde.

Berechnung

Die Entschädigung beträgt 80 Prozent des letzten durchschnittlichen AHV-pflichtigen Erwerbseinkommens, höchstens aber CHF 196 pro Tag. 

Bei Arbeitnehmenden basiert die Berechnung auf den letzten drei Monaten vor dem Ereignis und bei Selbständigerwerbenden auf der aktuellsten Beitragsverfügung (Akontorechnung) für das Jahr 2019 – unabhängig davon, ob diese provisorisch oder definitiv ist. Wurde von Selbständigerwerbenden bereits eine Corona Erwerbsersatzentschädigung bezogen, werden alle nachfolgenden Ansprüche auf der gleichen Basis entschädigt.

    Anmeldung/Auszahlung

    Anspruchsberechtigte müssen die Entschädigung bei der SVA St.Gallen bzw. ihrer zuständigen Ausgleichskasse beantragen. 

    Wenn Eltern wegen fehlender Fremdbetreuung nur eingeschränkt arbeiten und deshalb weniger Lohn erhalten, können sie den Anspruch für sich anmelden. Bei Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber kann dieser den Anspruch geltend machen. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmende haben die Möglichkeit, eine Anmeldung einzureichen.

    Wenn beide Elternteile Anspruch auf die Entschädigung haben, ist nur eine Ausgleichskasse zuständig, und zwar jene der Person, die zuerst einen Anspruch geltend macht. Je Arbeitstag wird für die Eltern nur eine Zulage ausbezahlt.

    Die Anzahl Betreuungstage, an denen die Fremdbetreuung nicht möglich war, müssen rückwirkend gemeldet werden.

    Häufige Fragen