Überbrückungsleistungen für ältere Arbeitslose (ÜL)

Die Überbrückungsleistungen richten sich an Personen, die nach dem vollendeten 60. Altersjahr von der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert werden.                   

Deren finanzielle Situation kann sich rasch verschlechtern, so dass diese Personen vorhandene Ersparnisse und teilweise auch ihre Altersvorsorge beanspruchen müssen.

Anspruch

Die Überbrückungs­leistungen werden für Personen eingeführt, die nach Vollendung des 60. Altersjahres von der Arbeitslosen­versicherung ausgesteuert werden.

Sie erhalten Überbrückungsleistungen wenn Sie

  • im Monat, in dem Sie 60 Jahre alt werden, oder danach ausgesteuert werden;
  • mindestens 20 Jahre in der Alters- und Hinterlassenen­versicherung (AHV) der Schweiz versichert waren, davon mindestens fünf Jahre nach dem 50. Geburtstag.
  • während der ganzen 20 Jahre eine bestimmte Einkommenshöhe erzielt haben. Aktuelles Beispiel: Eine Person muss 21'510 Franken pro Jahr (75% von 28'680 Franken) verdient haben, damit sie einen Anspruch auf Überbrückungsleistungen geltend machen kann (Stand 2021).
  • nicht mehr als 50'000 Franken (Alleinstehende) oder 100'000 Franken (Ehepaare) Vermögen haben, wobei selbst­bewohnte Liegen­schaften nicht berücksichtigt werden;
  • anerkannte Ausgaben haben, die Ihre anrechen­baren Einnahmen übersteigen (wirtschaftliche Voraussetzung).

Die Überbrückungs­­leistungen werden in die Mitglied­staaten der EU/EFTA exportiert, sofern alle anderen Anspruchs­­­­­voraus­setzungen erfüllt sind. Dies gilt nicht für die Rück­­erstattung von Krankheits- und Behinderungs­kosten.

Im Weiteren setzt der Anspruch auf ÜL den zivil­rechtlichen Wohnsitz sowie den gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz/EU/EFTA mit einer der folgenden Konstellationen voraus:

StaatsangehörigkeitWohnsitz
CHCH/EU/EFTA
EUCH/EU
EFTACH/EFTA

Sie erhalten keine Überbrückungsleistungen, wenn Sie

  • einen Anspruch auf eine Rente der AHV oder der IV haben (gilt auch für ausländische Renten);
  • vor dem 60. Geburtstag ausgesteuert werden;
  • vor dem 1. Juli 2021 ausgesteuert wurden.

Berechnung

Die Überbrückungsleistungen sind Bedarfsleistungen. Sie bestehen aus den jährlichen Überbrückungsleistungen und der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten.

Die jährlichen Überbrückungsleistungen entsprechen der Differenz zwischen den anerkannten Ausgaben (z.B. Pauschale für die Kranken­kassenprämie, Mietzins, Pauschale für die Lebenskosten) und den anrechenbaren Einnahmen (z.B. Erwerbs­einkommen, Taggelder, Zins­einnahmen).

Die Höhe der Überbrückungsleistungen (inkl. Vergütung von Krankheits- und Behinderungs­kosten) ist begrenzt:

  • Alleinstehende: maximal 44'123 Franken/Jahr
  • Ehepaare/ Personen mit Kind(ern): maximal 66'184 Franken/Jahr

Anmeldung

Jährliche Überbrückungsleistungen müssen schriftlich angemeldet werden.

Es ist empfehlenswert, die Anmeldung 2 bis 3 Monate vor der Aussteuerung einzureichen. Der Anspruch auf Überbrückungs­leistungen beginnt frühestens im Monat in dem die Anmeldung eingereicht worden ist.

Das ausgedruckte Formular muss der SVA St.Gallen in Papier­form zugestellt werden.

Mit dem sorgfältigen Ausfüllen des Formulars und den vollständigen Beilagen erleichtert und beschleunigt sich die Prüfung des Antrags. Die nötigen Belege sind auf dem Formular detailliert aufgeführt.

Auszahlung

Die Auszahlung der monatlichen Leistungen erfolgt immer am 4. Post­arbeitstag des Monats.