Familienzulagen für Nichterwerbstätige

Als nichterwerbstätig gelten Personen, die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen oder die aufgrund des geringen Erwerbseinkommens von derzeit maximal CHF 7110 pro Jahr oder CHF 592 pro Monat nicht zum Bezug von Familienzulagen für Erwerbstätige berechtigt sind. 

Arbeitslose, die ein Arbeitslosentaggeld beziehen, müssen die Familienzulagen über die Arbeitslosenkasse anmelden.

Ab 1. August 2020 haben auch arbeitslose, alleinerziehende Mütter für die Zeit, für die sie eine Mutterschaftsentschädigung erhalten und deshalb vom Bezug von Arbeitslosentaggeld ausgeschlossen sind, einen Anspruch auf Familienzulagen für Nichterwerbstätige.

Anspruch

Nichterwerbstätige erhalten nur dann Familienzulagen, wenn weder

  • sie noch ihr Ehepartner das ordentliche AHV-Rentenalter erreicht haben;
  • sie noch der andere Elternteil Ergänzungsleistungen beziehen;
  • sie noch ihr Ehepartner noch der andere Elternteil einer Erwerbstätigkeit nachgehen;
  • ihres noch das gemeinsame Einkommen nach direkter Bundessteuer höher als derzeit CHF 42'660 ist.

Ebenfalls keine Bezugsberechtigung besteht für

  • Kinder, die Ergänzungsleistungen beziehen;
  • Kinder, die in der Berechnung der Ergänzungsleistungen nicht berücksichtigt sind;
  • Stiefkinder

Anspruchskonkurrenz

Erfüllen mehrere Personen die Voraussetzungen, richtet sich der Anspruch nach der folgenden Reihenfolge:

  1. Die erwerbstätige Person.
  2. Die Person, die das Sorgerecht hat oder bis zur Mündigkeit hatte.
  3. Die Person, bei der das Kind lebt oder bis zur Mündigkeit lebte.
  4. Die Person, die im Wohnsitzkanton des Kindes arbeitet.
  5. Die Person, die das höhere Einkommen als Arbeitnehmende/Arbeitnehmender erzielt.
  6. Die Person, die das höhere Einkommen als Selbständigerwerbende/Selbständigerwerbender erzielt.

Eine provisorische Prüfung der Erstanspruchsberechtigung können Sie hier vornehmen:
https://www.ahv-iv.ch/de/Sozialversicherungen/Familienzulagen-FZ/Anspruchskonkurrenz

Kinder im Ausland

Die Ausrichtung von Kinder- und Ausbildungszulagen für Kinder mit Wohnsitz im Ausland ist möglich, wenn zwischenstaatliche Vereinbarungen dies vorsehen.

Eine provisorische Prüfung, ob die Voraussetzungen erfüllt sind, können Sie hier vornehmen:
https://www.svasg.ch/de/online-schalter/berechnungstools/online-berechnungen/kz.php

Berechnung

Berechnung    

Die Familienzulagen im Kanton St. Gallen betragen

  • CHF 230.00 für Kinder bis 16 Jahre;
  • CHF 280.00 für Kinder in Ausbildung von 16 bis 25 Jahre.

Ab 1. August 2020 besteht für Kinder, die sich in Ausbildung befinden und die obligatorische Schulzeit beendet haben, bereits mit 15 Jahren ein Anspruch auf Ausbildungszulagen.

Bis inklusive 2019 betrugen die Ansätze CHF 200.00 bei Kinderzulagen respektive CHF 250.00 bei Ausbildungszulagen.

Ist das Kind erwerbsunfähig, können zudem Kinderzulagen in der Höhe von CHF 230.00 (2019: CHF 200.00) bis zum 20. Altersjahr beantragt werden.

Bei An- und Abmeldungen während eines Monats, werden die Zulagen pro rata ausgerichtet. Die Tagessätze betragen:

  • CHF 7.70 bei Kinderzulagen (CHF 6.70 bis inkl. 2019, CHF 7.00 bis inkl. 2017);
  • CHF 9.35 bei Ausbildungszulagen (CHF 8.35 bis inkl. 2019, CHF 9.00 bis inkl. 2017).

Anmeldung

Der Anspruch muss primär durch die leiblichen Eltern geltend gemacht werden. Sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, können aber auch folgende Personen die Familienzulagen anmelden:

  1. Adoptiveltern
  2. Grosseltern, sofern sie zum überwiegenden Teil für den Unterhalt aufkommen
  3. Geschwister, sofern sie zum überwiegenden Teil für den Unterhalt aufkommen
  4. Pflegeeltern, sofern das Kind zur dauernden unentgeltlichen Pflege aufgenommen wurde

Voraussetzung für den Bezug von Familienzulagen ist die Anmeldung als Nichterwerbstätiger bei der kantonalen Ausgleichskasse.

Sobald der Bescheid der kantonalen Ausgleichskasse vorliegt, melden sich Nichterwerbstätige zum Bezug von Familienzulagen an.

Alle Änderungen der persönlichen Verhältnisse, die einen Einfluss auf den Anspruch haben, müssen innert längstens 30 Tagen gemeldet werden. Das Nichtmelden solcher Änderungen stellt eine Meldepflichtverletzung dar und hat in jedem Fall Rückforderungen zur Folge.

Auszahlung

Die Zulagen werden in der Regel vierteljährlich mit den persönlichen AHV/IV/EO-Beiträgen verrechnet. Allfällige Überschüsse werden ausbezahlt.

Sie werden provisorisch ausgerichtet. Nach Eingang der für das Bezugsjahr massgebenden Steuermeldung werden sie definitiv festgesetzt oder bei Überschreiten der Einkommensgrenze zurückgefordert.

Wird eine Person von einem Sozialamt unterstützt, kann die Auszahlung ans Sozialamt erfolgen.

Internationale Bestimmungen

Internationale Bestimmungen

Anspruch auf volle Zulagen haben folgende Staatsangehörige, deren Kinder in bestimmten Staaten wohnen:

Staatsangehörigkeit Bezüger

Wohnstaat der Kinder

EU-Staatsbürger und Schweizer

alle EU-Staaten

EFTA-Staatsbürger inklusive Schweizer

alle EFTA-Staaten

Zwingend einzureichen sind folgende Unterlagen:

  • Familienstandsbescheinigung (nicht älter als 1 Jahr) oder ausgefülltes und bestätigtes Formular E401
  • Geburtsschein
  • Ausbildungsbestätigungen
  • Pass oder Identitätskarte

Der Anspruch in der Schweiz besteht nur, wenn nicht im Wohnstaat der Kinder aufgrund einer Erwerbstätigkeit bereits Familienzulagen beansprucht werden können.

Häufige Fragen