Arbeitgeber / Arbeitgeberinnen

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind verantwortlich für die Abrechnung der Beiträge ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für kurzfristige und wenig umfangreiche Arbeitsverhältnisse besteht ein vereinfachtes Abrechnungsverfahren.

Beitragspflicht

Als Arbeitgeber mit Beitragspflicht gilt, wer obligatorisch versicherten Personen Arbeitsentgelte ausrichtet und in der Schweiz eine Betriebsstätte hat oder einen Haushalt führt.

Als Betriebsstätten gelten Zweigniederlassungen, Fabrikationsstätten, Werkstätten, Verkaufsstellen, ständige Vertretungen sowie Bau- und Montagestellen.

Für Arbeitnehmende mit einem massgebenden Lohn bis CHF 2300 pro Kalenderjahr und wenn der Versicherte die Beitragsentrichtung nicht verlangt, müssen keine Beiträge gezahlt werden. Diese Regelung kennt aber einige Ausnahmen:

  • Personen, die in ihrem Privathaushalt Hausdienstarbeitnehmende beschäftigen (z.B. Putzfrauen, Kindermädchen, Haushalthilfen, Hauswarte, etc.), sind auf jeden Fall beitragspflichtig, auch wenn deren Lohn noch so bescheiden ist.
  • Arbeitgebende im Kulturbereich (Tanz und Theater, Orchester, Phono- und Audiovisionsproduzenten, Radio und Fernsehen sowie Schulen im künstlerischen Bereich) sind verpflichtet, auf allen Löhnen AHV/IV/EO/ALV-Beiträge zu entrichten.

Der Beitragssatz beträgt
AHV 8,4%
IV 1,4%
EO 0,45%
Total 10,25%

Die Beiträge werden je zur Hälfte von den Arbeitgebenden und den Arbeitnehmenden entrichtet. Dazu werden weitere 2,2% bis zu einer Jahreslohnsumme von CHF 148'200 sowie ab CHF 148'201 zusätzlich 1% als ALV-Betrag bezogen. Alle Beiträge werden vom massgebenden Lohn abgezogen.

Anmeldung

Die Anmeldung unterscheidet nach der Rechtsform des Arbeitgebers. Es ist das jeweilige Formular zu verwenden.

Arbeitgebende von Mitarbeitenden mit geringen Einkommen können ein vereinfachtes Abrechnungsverfahren nutzen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Personal kann jederzeit angestellt werden. Für Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist zu klären, ob für den Stellenantritt eine Arbeitsbewilligung notwendig ist und ob die Personen der Quellensteuerpflicht unterstehen. Ausländische Staatsangehörige mit Niederlassungsbewilligung (Ausweis C) benötigen keine Bewilligung.

Neu angestelltes Personal muss bei der zuständigen Ausgleichskasse nicht angemeldet werden. Ausgenommen davon sind neue Mitarbeitende, die noch keine Versichertennummer (AHV-Nummer) haben. Für diese muss ein Versicherungsausweis bestellt werden.   

Für Mitarbeitende ab einem massgebenden Lohn von CHF 2300 muss eine Unfallversicherung abgeschlossen werden.

Die Anmeldung bei einer Pensionskasse ist dann notwendig, wenn ein massgebender Jahreslohn von mindestens CHF 21'150 ausbezahlt wird und wenn das Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit oder für länger als drei Monate vereinbart wird.

Lohndeklaration

Die Beiträge werden für das laufende Jahr provisorisch auf der Basis einer pauschal festgelegten Lohnsumme entrichtet.

Vereinfachtes Abrechnungsverfahren

Arbeitgebende von Mitarbeitenden mit geringen Einkommen können ein vereinfachtes Abrechnungsverfahren nutzen. Das vereinfachte Abrechnungsverfahren unterscheidet sich durch die Quellensteuer vom ordentlichen Verfahren. Es werden pauschal 5% Quellensteuer von der Jahreslohnsumme des Betriebes dem Arbeitgebenden verrechnet. Die Quellensteuer kann den Arbeitnehmenden vom Lohn abgezogen werden. Sie ist unabhängig von der Nationalität der Arbeitnehmenden zu zahlen.

Dieses Verfahren ist hauptsächlich für kurzfristige oder im Umfang geringe Arbeitsverhältnisse (z.B. in Privathaushalten) gedacht und kann bei Erfüllen folgender Voraussetzungen angewendet werden:

  • der Jahreslohn pro Arbeitnehmenden übersteigt den Betrag von CHF 21'150 nicht
  • die gesamte, jährliche Lohnsumme des Betriebes übersteigt den Betrag von CHF 56'400 nicht
  • das vereinfachte Verfahren muss für das gesamte Personal angewendet werden
  • die Lohndeklaration muss fristgerecht eingereicht und die Beiträge pünktlich bezahlt werden und
  • die Mitarbeitenden mit einem Monatslohn von über CHF 1762 werden an eine berufliche Vorsorgeeinrichtung angeschlossen
  • der Arbeitgeber ist weder eine Kapitalgesellschaft noch eine Genossenschaft.
  • weder der Ehepartner noch Kinder des Betriebsinhabers werden beschäftigt.

Sofern der Arbeitgebende bisher noch kein Personal beschäftigt hat und nicht bereits Mitglied einer Ausgleichskasse ist, muss er sich innert 30 Tagen nach Beginn des Arbeitsverhältnisses für das vereinfachte Verfahren anmelden. Ein Wechsel des Verfahrens muss bis 31.12. des laufenden Jahres für das Folgejahr gemeldet werden. 

Zuständig ist die kantonale Ausgleichskasse am Wohn- bzw. Geschäftssitz des Arbeitgebers oder allenfalls eine Verbandsausgleichskasse. Die Abrechnung erfolgt einmal jährlich.