Mutterschaftsentschädigung (MSE)

Während längstens 98 Tagen können Frauen eine Mutterschaftsentschädigung beziehen. Sie beträgt üblicherweise 80% des letzten AHV-pflichtigen Lohnes und ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden. 

Die Anmeldung kann erst nach der Geburt eingereicht werden.                                        

Anspruch

Anspruch haben Frauen, die bei der Geburt des Kindes eine der aufgelisteten Bedingungen erfüllen.

Wenn sie

  • Arbeitnehmerinnen sind.
  • Selbständigerwerbende sind.
  • im Betrieb des Ehemannes, der Familie oder des Konkubinatspartners mitarbeiten und einen Barlohn vergütet erhalten.
  • arbeitslos sind und entweder bereits ein Taggeld der Arbeitslosenversicherung beziehen oder die Anspruchsvoraussetzungen erfüllen würden.
  • wegen Krankheit, Unfall oder Invalidität arbeitsunfähig sind und deswegen Taggeldleistungen einer Sozial- oder Privatversicherung beziehen, sofern dieses Taggeld auf einem vorangegangenen Lohn berechnet wurde.
  • in einem gültigen Arbeitsverhältnis stehen, aber keine Lohnfortzahlung oder Taggeldleistung erhalten, weil der Anspruch ausgeschöpft ist.

Der Anspruch auf die Mutterschaftsentschädigung entsteht, wenn diese Anspruchsberechtigten sowohl

  • während neun Monaten unmittelbar vor der Geburt des Kindes nach AHV-Gesetz obligatorisch versichert waren.

als auch

  • in dieser Zeit mindestens fünf Monate lang eine Erwerbstätigkeit ausgeübt haben.

Bei vorzeitiger Geburt reduziert sich die neunmonatige Versicherungsfrist.

In der EU und EFTA zurückgelegte Versicherungs- und Beschäftigungszeiten werden berücksichtigt. Der Nachweis muss vom ausländischen Versicherungsträger mit dem Formular E104 erbracht werden.

Berechnung

Grundlage für die Berechnung ist das letzte AHV-pflichtige Einkommen.

Berücksichtigt wird das Einkommen aller Arbeitgeber, bei denen bei der Geburt ein gültiges Anstellungsverhältnis bestand, wie auch das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit. Pro Tag sind es aber höchstens CHF 196.00.

Mit diesem Rechner können Sie die Höhe der voraussichtlichen Entschädigung ermitteln.

Werden bei der Geburt des Kindes Taggelder der Arbeitslosen-, Invaliden-, Unfall- oder Militärversicherung bezogen, oder besteht ein Anspruch auf Entschädigung für Dienstleistende, geht die Mutterschaftsentschädigung diesen vor. Sie entspricht mindestens dem bisher bezogenen Taggeld.

Anmeldung

Der Anspruch auf die Mutterschaftsentschädigung kann von folgenden Personen geltend gemacht werden:

  • von der Mutter
    via Arbeitgeber, wenn sie unselbständig erwerbend ist;
    direkt bei der AHV-Ausgleichskasse, wenn sie selbständig erwerbend, arbeitslos oder arbeitsunfähig ist
  • vom Arbeitgeber
    sofern die Mutter es unterlässt, den Anspruch via Arbeitgeber geltend zu machen (vgl. oben) und er während der Dauer des Anspruchs einen Lohn ausrichtet
  • von den Angehörigen
    wenn die Mutter ihren Unterhalts- oder Unterstützungspflichten nicht nachkommt.

Bei den im Zeitpunkt der Niederkunft angestellten, arbeitslosen oder arbeitsunfähigen Müttern bescheinigt der aktuelle bzw. der letzte Arbeitgeber:

  • die Dauer des Arbeitsverhältnisses;
  • den für die Bemessung der Mutterschaftsentschädigung massgebenden Lohn;
  • den von ihm während der Dauer des Taggeldbezuges ausgerichteten Lohn.

Ein Anspruch kann bis 5 Jahre nach der Geburt des Kindes angemeldet werden. Danach erlischt er ohne weitere Ansprüche.

Auszahlung

Die Auszahlung erfolgt am Ende eines Monats nachschüssig. Beträgt sie weniger als CHF 200 pro Monat, wird sie am Ende des Mutterschaftsurlaubes ausbezahlt.

Die Mutterschaftsentschädigung gilt als Einkommen. Deshalb werden davon AHV/IV- und EO-Beiträge abgezogen. Für Arbeitnehmerinnen wird zudem der Beitrag an die Arbeitslosenversicherung abgezogen.

Wenn der Arbeitgeber die Lohnfortzahlungen leistet, zahlt die Ausgleichskasse die Mutterschaftsentschädigung dem Arbeitgeber aus. Sie rechnet dabei die AHV/IV- und EO-Beiträge des Arbeitgebers auf.

Häufige Fragen