Familienzulagen in der Landwirtschaft

Die Familienzulagen in der Landwirtschaft bestehen aus Kinder-, Ausbildungs- und Haushaltungszulagen. Sie dienen der Entlastung von selbständigen Landwirten, Älplern und landwirtschaftlichen Angestellten.

Anspruch

Anspruch auf Familienzulagen haben

  • selbständige Landwirtinnen und Landwirte, die haupt- oder nebenberuflich in der Landwirtschaft tätig sind,
  • mitarbeitende Familienmitglieder
  • hauptberuflich tätige Berufsfischerinnen und Berufsfischer sowie
  • Personen, die in unselbständiger Stellung in einem landwirtschaftlichen Betrieb arbeiten


Die Höhe der Zulagen unterscheidet sich nach Tal- oder Berggebiet.


Talgebiet Berggebiet

Kinderzulagen

CHF 200

CHF 220

Ausbildungszulagen

CHF 250

CHF 270

Die Haushaltungszulage von monatlich CHF 100 wird an landwirtschaftliche Arbeitnehmende mit ihrer Familie in der Schweiz oder in EU-/EFTA-Staaten ausgerichtet, die

  • mit ihren Ehegatten oder Kindern einen gemeinsamen Haushalt führen oder 
  • die in Hausgemeinschaft mit dem Arbeitgeber leben und deren Ehegatten oder Kinder einen eigenen Haushalt führen, für dessen Kosten sie aufkommen müssen, oder 
  • sie mit ihren Ehegatten oder Kindern in Hausgemeinschaft mit dem Arbeitgeber leben.

Anspruchskonkurrenz

Erfüllen mehrere Personen die Voraussetzungen, richtet sich der Anspruch nach der folgenden Reihenfolge:

  1. Die erwerbstätige Person.
  2. Die Person, die das Sorgerecht hat oder bis zur Mündigkeit hatte.
  3. Die Person, bei der das Kind lebt oder bis zur Mündigkeit lebte.
  4. Die Person, die im Wohnsitzkanton des Kindes arbeitet.
  5. Die Person, die das höhere Einkommen als Arbeitnehmende/Arbeitnehmender erzielt.
  6. Die Person, die das höhere Einkommen als Selbständigerwerbende/Selbständigerwerbender erzielt.

Eine provisorische Prüfung der Erstanspruchsberechtigung können Sie hier vornehmen:
https://www.ahv-iv.ch/de/Sozialversicherungen/Familienzulagen-FZ/Anspruchskonkurrenz

Kinder im Ausland

Die Ausrichtung von Kinder- und Ausbildungszulagen für Kinder mit Wohnsitz im Ausland ist möglich, wenn zwischenstaatliche Vereinbarungen dies vorsehen.

Eine provisorische Prüfung, ob die Voraussetzungen erfüllt sind, können Sie hier vornehmen:
https://www.svasg.ch/de/online-schalter/berechnungstools/online-berechnungen/kz.php

Anmeldung

Der Anspruch auf Familienzulagen muss bei der kantonalen Ausgleichskasse angemeldet werden.

Relevante Änderungen der persönlichen Verhältnisse sind der Ausgleichskasse innert 30 Tagen zu melden.

Auszahlung

Familienzulagen werden in der Regel wie folgt ausbezahlt oder mit den AHV/IV/EO-Beiträgen verrechnet:

  • monatlich an landwirtschaftliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber;
  • vierteljährlich an hauptberufliche Landwirtinnen und Landwirte;
  • jährlich an nebenberufliche Landwirtinnen und Landwirte sowie an Älplerinnen und Älpler.

Internationale Bestimmungen

Internationale Bestimmungen

Anspruch auf volle Zulagen haben folgende Staatsangehörige, deren Kinder in bestimmten Staaten wohnen:

Staatsangehörigkeit Bezüger Wohnstaat der Kinder

EU-Staatsbürger und Schweizer, ohne Slowenien

alle EU-Staaten

EFTA-Staatsbürger inklusive Schweizer

alle EFTA-Staaten

Schweizer

Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Serbien

Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien, Slowenien

weltweit

Zwingend einzureichen sind folgende Unterlagen:

  • Familienstandsbescheinigung (nicht älter als 1 Jahr) oder ausgefülltes und bestätigtes Formular E401
  • Geburtsschein
  • Ausbildungsbestätigungen
  • Pass oder Identitätskarte

In der Landwirtschaft werden auch für Kinder der Staatsangehörigen von Mazedonien, San Marino und der Türkei Familienzulagen exportiert.

Der Anspruch in der Schweiz besteht nur, wenn nicht im Wohnstaat der Kinder aufgrund einer Erwerbstätigkeit bereits Familienzulagen beansprucht werden können.

Häufige Fragen