Beiträge der Arbeitgebenden

Sich an eine AHV-Ausgleichskasse anzuschliessen ist für Arbeitgebende erforderlich, um die AHV/IV/EO-Beiträge der Angestellten abzurechnen. 

Arbeitnehmende und Arbeitgebende bezahlen je die Hälfte dieser Beiträge. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den gesamten Betrag direkt an die AHV-Ausgleichskasse zu überweisen.
 

Die AHV-Ausgleichskasse ist auch für den Bezug der Beiträge an die Arbeitslosenversicherung besorgt. Sie bezieht auch die FAK-Beiträge und die FLG-Beiträge (Familienzulagen in der Landwirtschaft) sowie Verwaltungskosten zur Finanzierung der Aufwendungen.

 

Beitragspflicht

Als Arbeitgebender mit Beitragspflicht gilt, wer obligatorisch versicherten Personen Arbeitsentgelte ausrichtet und in der Schweiz eine Betriebsstätte hat oder einen Haushalt führt. Als Betriebsstätten gelten Zweigniederlassungen, Fabrikationsstätten, Werkstätten, Verkaufsstellen, ständige Vertretungen sowie Bau- und Montagestellen.

 

Seit 1. Januar 2015 müssen junge Leute bis zum 31. Dezember des Jahres, in welchem sie das 25. Altersjahr vollenden, keine Beiträge entrichten, wenn ihr Einkommen aus einer Tätigkeit in Privathaushalten CHF 750.00 pro Jahr nicht übersteigt.


Für Arbeitnehmende mit einem massgebenden Lohn bis CHF 2300.00 pro Kalenderjahr und wenn der Versicherte die Beitragsentrichtung nicht verlangt, müssen keine Beiträge gezahlt werden.

 

Ausnahmen

Personen, die in ihrem Privathaushalt Hausdienstarbeitnehmende beschäftigen (z.B. Putzfrauen, Kindermädchen, Haushalthilfen, Hauswarte, etc.), sind auf jeden Fall beitragspflichtig, auch wenn deren Lohn noch so bescheiden ist.

 

Um die soziale Sicherheit von Kulturschaffenden zu verstärken, müssen Arbeitgebende im Kulturbereich (Tanz und Theater, Orchester, Phono- und Audiovisionsproduzenten, Radio und Fernsehen sowie Schulen im künstlerischen Bereich) seit 2010 systematisch auf allen, auch geringfügigen Löhnen AHV/IV/EO/ALV-Beiträge entrichten.

 

Anmeldung

Die erforderliche Anmeldung als Arbeitgeber ist mit dem der jeweiligen Rechtsform entsprechenden Formular durchführen.

 

Mitarbeitende

Personal kann jederzeit angestellt werden. Für Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist zu klären, ob für den Stellenantritt eine Arbeitsbewilligung einzuholen ist. Ausländische Staatsangehörige mit Niederlassungsbewilligung (Ausweis C) benötigen keine Bewilligung. 

 

Neu angestelltes Personal muss der zuständigen Ausgleichskasse mit der jährlichen Lohndeklaration gemeldet werden. Die Person wird dort registriert und es wird ein individuelles Konto eröffnet. Fehlt ein Versicherungsausweis, muss mit der Anmeldung die Ausstellung eines Ausweises beantragt werden. Für neue Mitarbeitende, welche noch nicht über eine Versichertennummer (AHV-Nummer) verfügen, ist innert 30 Tagen nach Stellenantritt ein Versicherungsausweis zu bestellen.  

 

Die Anmeldung bei einer Pensionskasse ist dann notwendig, wenn ein Lohn von mindestens CHF 21'150.00 (seit 2015) pro Jahr ausbezahlt wird und wenn das Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit oder für länger als drei Monate vereinbart wird. 


Anmeldung für einen Versicherungsausweis
Duplikat Versicherungsausweis bestellen
Neu eintretende Mitarbeitende anmelden
Personalien von Mitarbeitenden mutieren

 

Geschuldete Beiträge

Arbeitgebende haben auf allen ausbezahlten Löhnen die Hälfte der geschuldeten Beiträge zu übernehmen. Sie ziehen die Hälfte des zu überweisenden Gesamtbeitrags (5,125%) vom Lohn der Arbeitnehmenden ab und überweisen diesen zusammen mit seinem Anteil (ebenfalls 5,125%) an die Ausgleichskasse.


Zu diesen 10,25% kommen noch die Beiträge an die Arbeitslosenversicherung, die FAK oder FLG sowie die Verwaltungskosten hinzu. 

 

Die Leistungen, die Arbeitgebende übernehmen, indem sie die von den Arbeitnehmenden geschuldeten AHV/IV/EO/ALV-Beiträge und Steuern selbst tragen (Nettolohnvereinbarung), gehören zum massgebenden Lohn. Solche Nettolöhne sind in Bruttowerte umzurechnen. 

 

Bezugsverfahren

Die Beiträge werden für das laufende Jahr provisorisch auf der Basis einer pauschal festgelegten Lohnsumme entrichtet. Die Bezahlung erfolgt je nach Höhe der Lohnsumme jährlich, vierteljährlich oder monatlich.
 
Jeweils Ende Jahr sind die effektiv ausgerichteten Löhne der Ausgleichskasse zu melden.

 

Online-Formular Lohnsumme melden

 

BVG-/UVG-Anschlusskontrolle

Die AHV-Ausgleichskasse überwacht für diese Sozialversicherungszweige lediglich die Versicherungspflicht der Arbeitgebenden. Für konkrete Fragen über die berufliche Vorsorge bzw. die Unfallversicherung sind die jeweiligen Versicherer anzusprechen.

 

Lohndeklaration

Die definitive Abrechnung auf die effektiv ausbezahlte Lohnsumme erfolgt zu Beginn des Folgejahres anhand der Lohndeklaration. Bei einem konstanten Personalbestand ist dieses Vorgehen problemlos. Wird jedoch der Personalbestand aufgestockt, kann dies Ende Jahr zu einem grösseren Ausstand führen.
 

Die Arbeitgebenden sind verpflichtet, wesentliche Abweichungen während dem Jahr der Ausgleichskasse zu melden. Als wesentlich gilt eine Abweichung der Lohnsumme um mindestens 10% und wenn der Betrag über CHF 20'000.00 liegt.  

 

Zusätzlich werden bei Arbeitgebenden ab einer Lohnsumme von CHF 100'000.00 Kontrollen durchgeführt. Dabei werden diese Arbeitgebenden im Abstand von vier Jahren von einem Revisor der SVA St.Gallen besucht. Der Revisor kündigt den Besuch an und listet die benötigten Dokumente auf.

 

Vereinfachtes Abrechnungsverfahren

Seit 1. Januar 2008 können Arbeitgebende, von Mitarbeitenden mit geringen Einkommen ein vereinfachtes Abrechnungsverfahren nutzen. 

Dies erleichtert ihnen die Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge und gleichzeitig der Quellensteuer, da sie mit der zuständigen Ausgleichskasse nur einen einzigen Ansprechpartner für alle Bereiche haben und die Abrechnung nur einmal pro Jahr erfolgt.

Dieses Verfahren ist hauptsächlich für kurzfristige oder im Umfang geringe Arbeitsverhältnisse (z.B. in Privathaushalten) gedacht und kann bei Erfüllen folgender Voraussetzungen angewendet werden:
 

  • der einzelne Lohn pro Arbeitnehmenden übersteigt den Betrag von CHF 21'150.00 pro Jahr nicht
  • die gesamte Lohnsumme des Betriebes übersteigt den Betrag von CHF 56'400.00 pro Jahr nicht
  • das vereinfachte Verfahren muss für das gesamte Personal angewendet werden
  • die Lohndeklaration muss fristgerecht eingereicht und die Beiträge pünktlich bezahlt werden und
  • die Mitarbeitenden mit einem Monatslohn von über CHF 1762.50 werden an eine berufliche Vorsorgeeinrichtung angeschlossen
     

Der Arbeitgeber zieht die Sozialversicherungsbeiträge (AHV/IV/EO/ALV/Familienzulagen) und die Quellensteuer von 5% (0,5% Direkte Bundessteuer, 4,5% Kantons- und Gemeindesteuer) vom Lohn ab und rechnet mit der Ausgleichskasse darüber ab.
 
Sofern der Arbeitgebende bisher noch kein Personal beschäftigt hat und nicht bereits Mitglied einer Ausgleichskasse ist, muss er sich innert 30 Tagen nach Beginn des Arbeitsverhältnisses bei der Ausgleichskasse für das vereinfachte Verfahren anmelden.
 
Zuständig ist die kantonale Ausgleichskasse am Wohn- bzw. Geschäftssitz des Arbeitgebers oder allenfalls eine Verbandsausgleichskasse. Die Abrechnung erfolgt einmal jährlich. Zusätzlich meldet der Arbeitgebende der Ausgleichskasse, bei welchem Versicherer er die obligatorische Unfallversicherung abgeschlossen hat oder abschliessen will.

 

Adressänderung

Falls Sie uns eine Adressänderung mitteilen möchten, verwenden Sie bitte das Online-Formular

Adressänderung für Firmen

 

Internationale Bestimmungen

 

Weitere Informationen


Fragen und Antworten

  • Wer gilt als Arbeitgebender?

    Als beitragspflichtiger Arbeitgebender gilt, wer obligatorisch versicherten Personen Arbeitsentgelte ausrichtet oder in der Schweiz eine Betriebsstätte hat. Als Betriebsstätten gelten Zweigniederlassungen, Fabrikationsstätten, Werkstätten, Verkaufsstellen, ständige Vertretungen sowie Bau- und Montagestellen. Zu den beitragspflichtigen Personen gehören auch freie Mitarbeitende, Au-Pairs, Hausangestellte, Praktikanten, kurzfristige Aushilfen sowie Wasch- und Reinigungspersonal.
     
     
  • Was gehört zum massgebenden Lohn?

    Grundsätzlich gehört zum beitragspflichtigen Erwerbseinkommen (massgebender Lohn) das gesamte Bar- und Naturaleinkommen (freie Unterkunft und Verpflegung) inkl. Gratifikation und 13. Monatslohn. Dazu zählen auch Leistungen des Arbeitgebenden bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses, soweit sie nicht aufgrund ihres Sozialleistungscharakters vom massgebenden Lohn ausgenommen sind.
     
     
  • Wer gilt als Hausdienstarbeitnehmende?

    • Raumpfleger/in
    • Kindermädchen (Au-pair-Mädchen/-Mann; Babysitter/in)
    • Kinderbetreuung
    • Haushalthilfe
    • Hauswart/in
    • Berufsleute, welche Tätigkeiten im Haus bzw. in der Wohnung oder ums Haus herum erledigen.


    Hausdienstarbeit gilt im sozialversicherungsrechtlichen Sinn als Erwerbstätigkeit, weshalb der Arbeitgebende für diese Löhne Beiträge zu entrichten hat. Er kann vom vereinfachten Verfahren Gebrauch machen.

     
     
 

Inhaltssuche

Gut zu wissen

  • AHVeasy

    AHVeasy
    Zeit und Kosten sparen.

AHVeasy

Unser neues Onlineportal AHVeasy ersetzt das Partnerweb für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber.

 

Extranet

für die AHV-Zweigstellen und externe Partner

 
 
 
Logo SQS-Zertifizierung und Logo Datenschutzgütesiegel

Adresse
SVA St.Gallen
Brauerstrasse 54
9016 St.Gallen

 

Öffnungszeiten
Montag–Freitag
08:00–11:30 Uhr
13:30–17:00 Uhr

 

Telefon/Telefax
Tel. 071 282 66 33
Fax 071 282 69 10

 

Kontaktinformationen
Anfahrtsplan
Kontaktformular
Impressum